unsere Federbällchen ziehen ein

unsere Federbällchen ziehen ein
Also nun zu der Geschichte von mir und meinen Lieben.
In unserem Haushalt leben neben meinem Mann und mir zurzeit mehrere Nymphensittiche, fünf Kakadus und zwei Blaustirnamazonen.
Angefangen haben wir mit meinem Wunsch, ein Haustier zu halten. Nach langer Überlegung, kommen wir zu der Überzeugung, dass es ein gefiederter Mitbewohner werden soll.
Mein Mann ist eigentlich nicht sehr begeistert von meiner Idee, aber wenn schon ein Vogel, dann doch bitte kein allzu kleiner. Am besten eine große Gelbhaube, denn die soll ja ihren Besitzer verteidigen, liest man. So ein Quatsch!
Eine Gelbhaube habe ich dann als doch viel zu groß empfunden und so kamen wir zum Nymphensittich. Er ist nicht allzu klein /groß und hat eine Haube! Ein guter Kompromiss, oder nicht?
Nachdem ich meine Arbeitskollegen ausgequetscht und einen großen Käfig (100*80*150 cm) geordert habe, begeben wir uns zu einem Züchter, den mir ein Kollege empfohlen hat: “Dort bekommst du auch garantiert einen guten Rat umsonst dabei!“ Guten Rat habe ich seitdem in unbezahlbarer Menge erhalten. Zum Glück hat mein Züchter mehr Erfahrung als mein Tierarzt und kann mir oft genauso gut oder besser helfen.

So zieht im November 2007 Theo bei uns ein.
Zunächst lautet der Plan, Theo einige Wochen an uns zu gewöhnen, bevor er einen Partner bekommen soll…
Doch nach der ersten Nacht mit einem einsamen Nymphen in einem riesigen Käfig, geht es am nächsten Morgen wieder zu unserem Züchter; eine Partnerin muss her.
Es stehen zwei potenzielle Hennen zur Auswahl, doch welche nehmen? Unser Züchter meint, ich solle es doch auspendeln?!? Macht der Witze???
Na ja, schaden kann es nicht, entscheiden kann ich mich sowieso nicht. Gesagt getan, Emma wird ausgependelt und obwohl ich das Pendel selbst in der Hand habe, könnte ich noch heute schwören, dass sich da nichts bewegt hat. Unser Züchter, seine Frau und mein Mann waren aber ganz sicher, dass das Pendel mir eine Henne angezeigt hat. Zumal Emma ja auch geperlt war… Nach der Jungmauser wurde aus Emma =) Emmar; ob ich doch recht hatte???!
Na ja, Anfangs versuchen wir jeden Abend Emmar und Theo mehr oder minder erfolglos zu streicheln. Tagsüber haben sie viel Ausflug, gegen Abend suchen sie von alleine ihren Käfig auf, um zu schlafen.

Nach einigen Wochen kommt das Thema Kakadu erneut auf. Unsere Federbällchen sind ja ganz nett, aber eben doch keine richtigen Kakadus.
Um meinem Mann zu beweisen, dass ein Kakadu für die Wohnungshaltung zu groß ist und meiner Meinung nach nicht mal richtig die Flügel strecken kann, wenn ihn ständig irgendwelche Wände begrenzen, geht es im Januar 2008 ab in einen nahe gelegenen Papageienpark. Im Internet liest sich die Seite doch ganz nett, aber alles hat seinen Preis und der ist hoch!
Im Park werden wir auch sofort beraten: „Was suchen sie, was haben sie bereits???“ Wir werden also herumgeführt und einige potenzielle Mitbewohner werden uns vorgestellt, von einigen wird uns abgeraten. Mein Mann zieht es immer wieder zu den Gelbhauben, doch die Verkäuferin führt uns zu den Orangehauben. Dort sitzt eine Henne die sich auch nach wenigen Minuten von meinem Mann kraulen lässt. Ich bin ihr reichlich suspekt, vielleicht liegt es aber auch an meinem Haartuch. Einen ziemlich gerupften Hahn hätte die Dame noch im Hinterzimmer, die Federn wachsen bestimmt nach… Leider sollen beide Tiere recht schwierig in der Haltung sein und wir sind doch Anfänger. Von den Kosten von ca. 5.500 Euro ganz zu schweigen!!!
Einige Räume weiter sitzen Willi, Maja und eine Schwester von ihnen. Was ist das??? Die gefallen mir, die sind’s!!! Die sollen auch was ganz besonderes sein, eine Mischung aus Orangehaubenkakadu x Rosakakadu. Europaweit, wahrscheinlich sogar weltweit die einzigen drei Tiere ihrer Art (wohl eher Mischung)! Außerdem sollen die nur 4.600 Euro kosten, fast geschenkt also.

Nachdem ein zweiter Käfig gekauft ist, können wir Willi und Maja endlich abholen. Kontakt haben wir bislang noch keinen zu ihnen. Zahm sind sie auch noch nicht. Mein Mann ist aber in der Voliere schon ganz nah an Maja ran gekommen und konnte sie sogar kurz anfassen. Wie unterscheide ich die beiden bloß? Ach ja, an den Augen. Wenn ich genau hinschaue aber auch am Aussehen. Wir sollen die Zwei zunächst im Käfig lassen und uns regelmäßig mit ihnen beschäftigen und das Auf und Ab auf die Hand auf Kommando trainieren. Erst wenn dies funktioniert, sollen wir den Beiden den ersten Freiflug gönnen.

Emmar und Theo suchen zu diesem Zeitpunkt ihren Käfig nur noch zum Schlafen auf. Den Tag können sie frei in ihrem ca. 20 m2 Zimmer fliegen. Die Möbel sind ihnen nach und nach gewichen. Handzahm sind die Zwei leider noch immer nicht.

Jetzt müssen wir noch Emmar und Theo vor den Großen schützen, falls sie mal auf dem neuen Käfig landen. So ein Füßchen ist doch recht klein und es soll keine verletzten Nymphen geben. Willi und Majas Käfig steht also im Zimmer an der gegenüberliegenden Wand zum Nymphenkäfig. Was sind die Nymphen doch aufgeregt. Sie sind sofort auf dem Käfig mit den Neuen gelandet; zum Glück haben wir Vorkehrungen getroffen, dass die Großen den Kleinen nicht in die Füße beißen können.

Nach einigen Tagen, in denen sich nur Maja am Gitter von uns anfassen lässt, Willi schaut nur neugierig, ist zu ängstlich, bekommen sie ihren ersten Freiflug, denn ich kann es nicht mit ansehen, wie die Zwei wie Sträflinge in Haft sitzen, während ihnen die Zwerge auf dem Kopf rumhüpfen. Oh weh, wen das mal gut geht. Kommandos klappen bislang keine, aber Willi tigert morgens immer auf seinem Ast von rechts nach links. Ob der einen Käfigkolla hat? Irgendwie kriegen wir sie schon wieder in den Käfig.

Der Freiflug hat wunderbar funktioniert. Gegen Abend gehen alle in ihren eigenen Käfig. Spätestens wenn es dunkel wird, treibt der Hunger die Lieben in ihr Heim.
Probleme zwischen den Nymphen und den Kakas gibt es zum Glück nie. Seltsamerweise akzeptieren sich alle von der ersten Minute an. Hoffentlich bleibt das so!
Leider treibt der Hunger Willi und Maja auch immer mal wieder zu den Nymphen. Aus dem Papageienpark sind die Großen an Futter aus Extrudaten gewöhnt. Angeblich das non plus ultra. Meine Nymphen bekommen aber Grossittichfutter spezial. Hat uns der Züchter empfohlen. Irgendwie schmeckt den Großen jetzt aber das Nymphenfutter besser, als die Extrudate (ich würde auch nicht jeden Tag Einheitsbrei essen wollen!)
Nach vielen Internetrecherchen und Telefonaten mit unserem Züchter steht für uns fest, die Großen bekommen auch Sittichfutter spezial; ohne die vielen fetthaltigen Körner wie z.B. Sonnenblumenkerne.

Im Februar 2008 dann sehe ich bei unserem Züchter eine Nymphendame. Na ja, Dame ist wohl das falsche Wort, das arme Ding kann nicht mal fliegen und sieht erbärmlich aus. Die Frau von unserem Züchter würde mir die Kleine verkaufen, der Züchter fragt mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe, mich mit so einem hässlichen, flugunfähigen Vogel zu belasten.
Aber Nicki ist eine Lutinohenne und ich WILL sie haben. Mit meinem nicht sehr begeisterten Mann hole ich Nicki ab und zu Hause angekommen, stürzt sie auch erst mal ab. Fliegen Fehlanzeige, sie krabbelt nur mühsam und klettert am Gitter hoch auf die Stangen. Wenn das mal gut geht.
Die Jungs sind jedenfalls begeistert von der Kleinen, Theo ist sofort verliebt. Die Kakas verhalten sich neutral. Keinerlei Aggressionen, zum Glück.
Jetzt hat Theo eine Partnerin, doch was ist mit Emmar??? Ein vierter Nymph muss her.

Unser Züchter verspricht sich umzusehen. Nach kurzer Zeit kann er mir auch zwei Hennen präsentieren, die er aus Kevelaer mitgebracht hat. Tinchen zieht im März 2008 als Partnerin für Emmar bei uns ein.

Nicki lernt langsam fliegen ohne abzustürzen. Irgendwie ist sie aber anders als die anderen. Ob sie behindert ist? Vielleicht war es doch ein Fehler, sie zu kaufen, aber sie ist doch mein Liebling! Sie ist auch die Einzige, die sich ohne Angst auf den Finger nehmen lässt, wenn sie mal wieder am Boden hockt. Die anderen schauen nur neugierig. Egal, sie ist was besonderes, meine Prinzessin eben. Mein Mann kann das gar nicht verstehen.

Jetzt wird es aber Zeit für eine Zuchtgenehmigung, man kann ja nie wissen. Der Amtsveterinär ist von meinen Lieben begeistert. Die Tierchen sehen gut aus, die Haltung top, was will ich mehr??? Die Genehmigung ist da.

Im April 2008 kommt der Anruf von meinem Züchter, ich soll mal vorbeikommen, er hat was für mich. Was bloß???
Kaum bei ihm im Vogelstübchen, lässt er einen Nymphenhahn durch den Verkaufsraum fliegen. Hallo, Vorsicht, was wenn jemand die Tür öffnet und der Kleine wegfliegt???
Tut er aber nicht. Ist ein Abgabetier. Wurde bislang mit einem Welli in einem kleinen Käfig gehalten und ist auf den Menschen geprägt. In der Zucht leidet er und bei mir hätte er es garantiert besser. Was soll ich mit noch einem Vogel, noch dazu so einem???
Krümel flötet meinem Mann und mir aber sofort ins Ohr. Der erste Vogel, der sich vertrauensvoll anfassen lässt. Er täte meinen anderen Nymphen auch gut, wenn sie sehen, dass er keine Angst vor dem Menschen hat. Ok, mein Mann meint, schaden kann es nicht, wir nehmen Krümel mit, irgendwie ist er zwar nicht schön, aber ganz süß.

Oh weh, Krümel kann rein gar nichts mit Artgenossen anfangen. Er kreischt ganz hektisch, wenn wir ihn im Vogelzimmer alleine zurücklassen wollen. Das ist vielleicht ein Kampf, aus dem Zimmer zu kommen, bevor Krümel mit uns durch die Tür schlüpft. Nach einigen Tagen / Wochen beruhigt sich die Situation und Krümel sucht vorsichtig Anschluss an die Nymphenbande. Wenn wir im Zimmer sind, sind die Anderen jedoch vergessen. Die Anderen werden jetzt aber richtig neugierig auf die neue Situation: Wieso hat der Neue keine Angst vor dem Mensch und seiner Hand??? Nach kurzer Zeit kommen Theo und Emmar auch freiwillig zuerst auf meinen Kopf, später auch auf den Arm. Sie fressen mir jetzt schon aus der Hand. Tinchen lässt sich zwar füttern, hält aber lieber einige cm Abstand. Nicki ist mittlerweile richtig flugfähig. Sie kommt nur selten auf die Hand, lässt sich aber füttern und hat keine Angst vor mir. Zu meinem Mann gehen die Nymphen außer Krümel nie. Mein Mann beschäftigt sich lieber mit den Kakas. Krümel schließt sich jetzt ganz eng an Emmar und Tinchen. Die Drei sind ein eingeschweißtes Trio.

Mit fünf Nymphen und zwei Kakas auf 16 m2 wird die Luft langsam stickig. Auch wenn ein Kollege mir schon Gitterfenster vor diverse Fenster gesetzt hat, damit ich jederzeit angstfrei lüften kann; eine Außenvoliere muss her, Platz genug ist im Garten und die Nachbarn sind auch einverstanden.
Mit unserem Züchter geht es in die Planung und im Juni 2008 können alle umziehen. Wie die aufblühen!!! Wohnungshaltung ist ja gut und schön, aber Frischluft, Sonne, Wind und Regen sind durch nichts zu ersetzen. Das scheint ein völlig neues Lebensgefühl. Höhepunkte sind ein Bad im leichten Sommerregen unter lautem Gekreische (sind die Nachbarn immer noch begeistert???).

Jetzt muss nur noch eine Partnerin für Krümel her. Ein Weißkopf soll es sein, doch woher nehmen? Im Handel wollen die 100 Euro für so ein Tier und mein Züchter hat keine Weißköpfchen. Im Internet gibt’s Adressen und im Juni 2008 sind wir auf dem Weg zu einem seriösen Züchter. Der hat auch Tränen in den Augen, als wir Pia mitnehmen.
Zuhause angekommen interessiert sich Krümel nicht die Bohne für Pia. Dafür habe ich nun ein zweites Trio. Pia gesellt sich zu Theo und Nicki.

Meine Arbeitskollegen sind mittlerweile aufmerksam geworden: „Die hat doch ’nen Vogel, die ist gut zu Vögeln.“ Sollen die doch denken!
Jetzt wollen die schon ihre Wellis bei mir abgeben, damit sie es besser haben. Käfighaltung ist halt nicht das Optimale. Wir können es ja mal versuchen, garantieren kann ich für nichts. Was, wenn Willi die Zwerge auffrisst. Einen Versuch ist es wert, die Voliere ist ja groß genug, hoffentlich! Flip und Finchen ziehen im August 2008 bei uns ein und kommen vom ersten Tag bestens mit allen klar. Leider sind sie zwar eine Zweckgemeinschaft, aber kein richtiges Paar.
Einem weiteren Kollegen muss ich eine Absage machen, meine Voliere ist voll! Aber mittlerweile kenne ich ja einige Züchter und auch diese Wellis leben jetzt in einer großen Voliere mit Artgenossen.

Es ist Herbst / Winter 2008. Die Diskussion über Gelbhauben flammt wieder auf. Willi und Maja sind zwar ganz nette Vögel, doch Maja ist extrem launisch. Wenn sie genug gekrault wurde, endet dies regelmäßig mit einem Aderlass bei mir oder meinem Mann. Ich bin davon noch weit häufiger betroffen, meinen Mann mag sie eben besser leiden.
Ende des Jahres lese ich von einem Paar kleine Gelbhauben, die ein neues Zuhause suchen. Sie sollen nur in Gemeinschaftshaltung abgegeben werden, gerne an Züchter oder einen Zoo.
Die Besitzerin erkundigt sich ziemlich genau und ich muss sie erst mit Fotos und dem Versprechen überzeugen, dass sie die Tiere jederzeit besuchen darf. Zum Glück kann meine Haltung überzeugen.
Es ist kurz vor Weihnachten 2008 und wir fahren nach Stuttgart, um Fatzke und Jenny zu holen. Als erstes werde ich Jenny umtaufen, mit dem Namen verbinde ich negative Erinnerungen. In Stuttgart findet mein Mann auch sofort Zugang zu den Weißen; seltsam, Jenny ist doch sonst so scheu…
Mit einem guten Gefühl fahren wir nach Hause, doch oh Schreck, Jenny spricht. „Die Jennyiiii!“ Wie soll ich einen Vogel umtaufen, der ständig seinen Namen spricht???

Weihnachten dann der Schock für unsere Eltern. Der nichts ahnende Besuch wird gleich von Fatzke begrüßt. Noch mehr Vögel, kriegen die denn nie genug? Oh weh, meine Schwiegermutter ist wie ein Weihnachtsbaum mit Schmuck behangen und nach weniger als zwei Sekunden ist die Perle von ihrem Ring in Fatzkes Schnabel. Nach einigem Gekreische und einem für Fatzke schlechten Tausch, kann Schwiegermutter ihre Perle einstecken und alle können sich beruhigen. Wir bekommen an diesem Tag noch eine Menge Ratschläge aus veralterten Tierhalterbibeln. Irgendwie hatte jeder schon mal was mit Vögeln zu tun und jeder weiß alles besser als wir.

Im Januar 2009 dann der Wintereinbruch. Für die sechs Nymphen und zwei Wellis ist der beheizte Schutzraum ja ganz ok, doch Willi und Maja kommen wieder ins Haus. Mit Fatzke und Jenny verstehen sie sich ganz gut. Schließlich müssen sie sich auch wohl oder übel ein Zimmer teilen. Man ignoriert sich einfach. Willi und Maja werden immer zutraulicher. Als wenn sie sich an Fatzke und Jenny orientieren. Auch ist Maja mir gegenüber seltsam neutral. Ich werde gar nicht mehr gebissen.

Als es nachts wieder wärmer wird können die Zwei wieder nach Draußen und auch Fatzke und Jenny dürfen stundenweise in die große Voliere.
Es läuft auch alles rund. Im Frühjahr dann magert Nicki plötzlich ab. Oh Schreck, sie sitzt doch auf Eiern! Leider kann auch der Züchter sie mit Antibiotika nicht mehr retten, doch Theo ist wild entschlossen, seine Eier alleine auszubrüten. Leider hat er nicht bemerkt, dass sie nicht befruchtet sind und ich nehme sie ihm weg.
Theo baut ein neues Nest mit Pia, die ihn endlich für sich alleine hat.

Der zweite Schock, Tinchen liegt im Mai 2009 tot in der Voliere. Auch sie sitzt auf Eiern. Emmar bekommt tatkräftige Unterstützung von Krümel, der seine Chance auf Nachwuchs ergreift. Nach einer Nestkontrolle habe ich Idiot den Nistkasten nicht richtig verschlossen. Alle Eier liegen auf dem Boden, sie waren befruchtet! Ich gebe es auf, ich bin zu blöd, ich sollte keine Vögel halten!!!

Maja scheint in Brutlaune und wird immer launischer. Ich traue mich kaum noch in die Voliere, mein Mann ist härter im Nehmen. Maja findet es klasse, mich zu attackieren und ich dumme Kuh schreie auch noch laut, als mein Ohr gelocht ist. Jetzt weiß sie, dass ich Angst habe. Ein fataler Fehler, ich kann die Voliere kaum noch betreten. Zum Glück ist Willi zurückhaltend. Er scheint immer zu denken: “Maja, was machst du bloß, lass das doch, was soll ich nur machen?“

Eine zweite Voliere muss her, sonst habe ich ein Problem. Die Lage entspannt sich zum Glück wieder. Jenny und Fatzke kommen tagsüber raus, dürfen aber abends bei uns im Haus sein. Sie brauchen den Kontakt zu uns.

Eines Tages fällt mir ein grüner Welli auf, der sich auf meiner Voliere rumtreibt. Finchen scheint total verliebt und füttert ihn durch das Gitter. Was sollen wir nur machen, verhungern lassen wollen wir den Fremden nicht. Mein Mann hat gute Reaktionen, einige Tage später fängt er den Kleinen „Fips“ mit dem Käscher. Finchen ist hin und weg, doch was wird aus Flip? Über die Ringnummer komme ich an den Züchter aus Hamm: „Ach, ist mir einer entflogen? Behalten sie ihn einfach, ich hab so viele, der Weg zu Ihnen lohnt sich nicht…“ Er will ihn nicht wieder! Soll ich mich für Finchen freuen, oder mich über solche Menschen ärgern? Flip, Finchen und Fips, das Findelkind, ziehen zu einer Kollegin nach Köln, die Wellis und Ziegensittiche züchtet. Mittlerweile hat Flip dort auch eine Freundin und erfolgreich seinen ersten Nachwuchs groß gezogen. Finchen ist leider im Dezember 2009 verstorben, Fips hat eine neue Partnerin bekommen.

Für Emmar und Krümel kaufe ich im April 2009 Flocke und im Juni 2009 Lucky, der sich jedoch als Hahn herausstellt. Jetzt sind wir schon wieder unpaarig! Krümel interessiert sich zum Glück eh nur für Emmar, doch Emmar versucht Flocke zu betören. Theo begattet Pia und Flocke, Lucky blitzt bei Pia ab, was ein Durcheinander! Was soll ich nur machen??? Jetzt erst mal den Winter abwarten. Unser Züchter bietet mir an, ich könne einige meiner Tiere gegen Neue Paare von ihm tauschen, aber das kommt nicht in Frage. Kommt Zeit, kommt Rat…
Zeit ist gekommen und die Lösung mit der Zeit.

27.12.2009: Mein Mann will unsere Federbällchen füttern; doch oh Schreck, die Voliere steht offen und Willi sitzt im Baum ausserhalb der Voliere. Jetzt ist guter Rat teuer. Der Versuch, Willi durch Futter zur Voliere zu locken misslingt mächtig. Die Nymphen bekommen Panik, als Willi auf der Voliere landen will und Willi lässt sich anstecken und bekommt zum ersten Mal Wind unter seine Flügel. Ich finde Willi in einem Baum am nahe gelegenen Friedhof wieder. Auf Lockversuche reagiert er kaum und dann naht das Unglück in Form eines Reihers, der auf uns zufliegt. Willi kriegt abermals Panik und fliegt im hohen Bogen auf und davon. Noch einmal kann ich ihn gut einen km weiter in einem Baum finden. Sämtliche Versuche, ihn zu locken oder gar zu fangen schlagen fehl und schließlich fliegt Willi auf und davon. Trotz intensiver Suche gibt es von Willi seit diesem Tag keine Spur mehr. Ob er noch lebt??? Was wird jetzt aus Maja??? Wieder Fragen über Fragen, doch vielleicht wird 2010 alles gut...

03.01.2010 Maja ist total einsam, was machen wir nur mit ihr? Sie sitzt nur noch in ihrem Schutzraum und scheint zu leiden. Wir holen sie ins Haus, - das wird ein Alptraum für mich, ich weiß es schon jetzt! Doch kaum im Haus erkenne ich Maja kaum wieder. Ist das noch der aggressive Vogel, der uns ständig zur Ader lässt? Nein, Maja hat sich total verändert und ist bei meinem Mann extrem anhänglich. Erste vorsichtige Annäherungsversuche zwischen ihr und mir haben auch schon stattgefunden, nur Attacken gab es keine- merkwürdig. Mit Fatzke und Jenny schein Maja relativ gut auszukommen, sie wurde sogar schon einmal von Jenny gekrault- ob das ein Versehen war??? Eifersüchteleien kommen aber immer dann auf, wenn mein Mann seine Streicheleinheiten bei einer der Damen zu sehr ausdehnt. Am Ende wird er dann eher herzhaft gezwickt und zur Gleichbehandlung aller Mädels aufgefordert. Fatzke nimmt’s gelassen.

30.01.2010 Theo und Flocke sitzen seit 5 Tagen in ihrem Nest. Ob sie schon Eier haben??? Emmar leidet. Ich rufe bei unserem Züchter an und darf vorbeikommen, um Emmar eine neue Partnerin zu holen. Die Auswahl ist groß, welche Süße passt am besten??? Ich entscheide mich für Tweety. Eine geperlte Henne habe ich noch nicht. Emmar scheint Gefallen zu finden, mal sehen, wie sich das entwickelt...

Februar 2010. Lucky verhält sich sonderbar. Ich beobachte ihn eine Weile. Nach Rücksprache mit unserem Züchter hole ich Lucky ins Haus in Quarantäne, wo er Medikamente bekommt. Leider liegt er am nächsten Morgen tot im Käfig.

Emmar und Tweety scheinen sich währenddessen heiß und innig zu lieben, sie "vögeln" den ganzen Tag lang und Theo und Flocke haben in der Zwischenzeit ihr Nest verlassen. Es lagen vier unbefruchtete Eier drin. Aufgrund der sehr kalten Witterung nehme ich die Nester raus. Vielleicht ist es auch einfach noch zu kalt. Um die Kleinen abzulenken, gestalte ich den ganzen Schutzraum um, ich hoffe, es gefällt.

Als Partner für Pia ist Dino, ein Weißkopfnymphenhahn bei uns eingezogen. Pia hat einen ganz langen Hals gemacht und scheint auf den ersten Blick sehr interessiert an Dino. Er selber kommt aus einem 24 köpfigen Nymphenschwarm, ist in den letzten drei Tagen vom Züchter zum Händler und von dort zu mir gezogen und scheint momentan mit der Situation ein wenig überfordert; er schreit ständig…

Ich erhalte einen Anruf aus Balve. Wir lernen Benny, einen drei jährigen Rosakakadu, kennen. Benny ist extrem neugierig, seine Partnerin ist nach Angaben des Besitzers leider verstorben. Benny zieht noch am gleichen Abend bei uns ein, erst mal ins Schutzhaus in Quarantäne. Am nächsten Abend ein erschreckender Anruf von Bennys Vorbesitzer. Ihm ist schon wieder ein Vogel tot von der Stange gefallen, vielleicht eine Seuche??? Sofort nach dem Wochenende fahre ich mit Benny in die Taubenklinik nach Essen. Dort soll man sich unter anderem auf Papageien spezialisiert haben. Nach kurzer Wartezeit stelle ich Benny den Ärzten vor. Nach wenigen Tagen gibt es Entwarnung, die Laborwerte der Kotprobe sind da und Benny kann zu den Nymphen in die Aussenvoliere. Was für ein Schock für meine Nymphen. Wo kommt der Neue her??? Plötzlich und unerwartet krabbelt er aus dem Tunnel vom Schutzraum. Für eine Weile geraten alle in Panik. Benny scheint noch nie Nymphen gesehen zu haben und Tweety und Dino noch nie einen „Riesen“. Die Panik ist schnell verflogen und kaum eine Woche später vertreiben meine vorlauten Nymphen Benny.

März 2010: Tweety und Emmar haben sich einen Nistkasten ausgesucht und sitzen auf Eiern. Die anderen scheinen sich noch nicht entschieden zu haben. Benny wird immer aufgeweckter. Es macht Spaß, ihm zuzuschauen, wie er sein Spielzeug entdeckt oder einfach nur die gesamte Voliere erkundet und Sachen „verschleppt.“

April 2010: Maja ist wieder draußen. Sie scheint Benny neutral zu sehen, während er ganz neugierig ist. Insgesamt ist alles friedlich. Pia und Flocke sitzen jetzt ebenfalls auf Eiern.

Mai 2010: Mit der ersten Brut ist alles gehörig daneben gegangen. Pia und Flocke saßen auf unbefruchteten Eiern und Tweety hat ihre drei Küken glatt vergessen zu füttern. Ende des Monats schlüpft das erste Küken von Tweety. Tweety füttert wieder nicht, so dass das Küken am zweiten Tag verstorben ist. Das zweite Küken habe ich dann Pia und Dino erfolgreich untergeschoben. Obwohl es eine Woche vor den vier eigenen Küken der Beiden geschlüpft ist, werden alle vorbildlich von den Alttieren versorgt.
Ab dem dritten Küken haben Tweety und Emmar dann doch sofort angefangen zu füttern, so dass sie drei Küken alleine groß ziehen.

Juni 2010: Flocke und Theo saßen mal wieder auf unbefruchteten Eiern. Meine acht Küken wachsen und gedeihen, sie haben Ende des Monats die Nester verlassen.

Juli 2010: Alle Küken sind aus dem Nest und wunderschön geworden. Einen Mittag dann der Schock: Der Jüngste von Pia blutet am Füßchen. Die Erstversorgung scheint erfolgreich, doch nach zwei Tagen schwillt der Fuß plötzlich an und blutet wieder. Warum passiert so etwas immer am Wochenende??? Am Montag geht es sofort zum Tierarzt, doch der Fuß ich schon stark entzündet und ganz dick. Der Kleine bekommt Antibiotika und der Ring muss ab. Leider ist die Entzündung schon so weit fortgeschritten, dass der Kleine sein Füßchen verliert. Ich werde ihn behalten und taufe ihn Micky.

August 2010: Meine Küken haben mich alle nach und nach verlassen. Zum Glück durften 6 Küken ihre Reise in ein neues Heim jeweils zu Zweit antreten, nur ein Küken musste alleine umziehen, soll aber schnellstmöglich einen Partner bekommen. Zwei Küken sind bei meiner Freundin, so dass ich ihre Entwicklung weiterhin erlebe. Mein Micky entwickelt sich prächtig, seine Behinderung bemerkt man kaum, er ist lebensfroh und munter.

November 2010: Seit ein paar Tagen wird Benny immer mutiger, wenn mein Mann mit Maja schmust. Er kommt dann immer möglichst nahe ran, um nichts zu verpassen. Manchmal hat man das Gefühl, er fällt jeden Moment vom Ast, so weit lehnt er sich dann nach vorne um alles genau mitzubekommen. Vor ein paar Tagen ist er meinem Mann das erste Mal auf die Hand geklettert und seitdem erkundet er uns täglich ein wenig mehr.

Dezember 2010: Benny ist jetzt immer ganz vorne mit dabei, wenn wir die Voliere betreten. Seine Streicheleinheiten fordert er ein und hat keine Scheu mehr vor uns. Dabei ist er ganz zärtlich und extrem verschmust.

Januar 2011: Das neue Jahr hat für uns alle ruhig und entspannt begonnen, lediglich das extrem kalte Winterwetter ist nicht schön. Zum Glück sind wir alle fit...

Wir haben angefangen, unser Haus zu renovieren und Fatzke und Jennys Zimmer ist auch betroffen. Zurzeit müssen die Beiden in einem Käfig im Wohnzimmer wohnen und den Baulärm/-stress aushalten.

26.01.2011: Heute hat mein Mann Maja und Benny "erwischt", wie sie sich gegenseitig das Gefieder gekrault haben. Jetzt wissen wir’s, sie mögen sich doch!!! HURRA!!!

Februar 2011: Jenny hat, Dank der vielen Handwerker im Haus, enorme Fortschritte mit ihrem Selbstbewusstsein gemacht. Sie ist zum ersten Mal zu meinem Dad (einem FREMDEN, der nicht fremd ist!!!) geflogen und hat sich streicheln lassen und auch zu unserem Fliesenleger hat sie Vertrauen gefasst und nutzt ihn als Landemöglichkeit.

Heute ist endlich das Zimmer von Fatzke und Jenny fertig geworden und wir haben ihre neue Voliere aufgebaut. Beide Kakadusen haben neugierigst zugeschaut und während Jenny noch etwas argwöhnisch auf der Voliere gesessen hat, hat Fatzke schon in der Voliere auf seiner Spirale geschaukelt, während wir die letzten Deckenelemente angebracht haben.

März 2011: Krümel hat sich schwer verletzt und muss zur Pflege ins Haus. Ein paar Tage bangen wir um sein Leben, er kann keine Nahrung zu sich nehmen und bekommt zu allem Überfluss noch Durchfall. Nach über einer Woche geht es langsam bergauf, doch er bringt nur noch 75 g auf die Waage. Hoffentlich schafft er es.

April 2011: Nachdem Benny ein wunderschönes Nest in seinen nagelneuen Baumstamm gebaut hat, scheint Maja nichts mehr von ihm wissen zu wollen. Sobald er sich nähert, fliegt sie entnervt von dannen. Manchmal wird sie gar von ihm verfolgt.

Meine Nymphen sitzen wieder alle in ihren Nistkästen. Tweety hat sich ausgerechnet den Baumstamm von Benny als Bruthöhle ausgesucht, Benny hängt ständig als "Stalker" vor dem Eingang, ist aber friedlich.

Krümel kehrt langsam ins Leben zurück. Nach gut zwei Wochen, wo er nur noch bei uns auf der Schulter geschlafen oder gefressen hat, wird er langsam wieder lebendig und fliegt auch schon wieder ein wenig. Gestern ist er zweimal bei Jenny auf dem Kopf gelandet, die hat fürchterlich gekreischt, ist aber sehr lieb geblieben und hat nicht versucht, ihn zu beißen. Nach drei Wochen scheint Krümel wieder fit und schreit was das Zeug hält, wenn er seine Kumpels draußen hört. Er wiegt jetzt schon wieder 82 g, wir lassen ihn wieder zu den anderen.

Tweety hat in Benny Nest versucht, Bennys Spielzeug auszubrüten, nur eigene Eier hatte sie nicht. Wir haben ihr das Spielzeug weggenommen und sie ein paar Tage aus dem Schutzraum ausgesperrt. Jetzt hat sie ein Nymphennest bezogen und schon erste Eier gelegt.

Krümel geht es plötzlich sehr schlecht. Er sieht zwar unverletzt aus, kann seine Bewegungen aber kaum koordinieren und sein ganzer Körper scheint keine Spannung mehr zu haben. Am nächsten morgen ist er über die Regenbogenbrücke gegangen. Wir werden ihn sehr vermissen.

Flöckchens erstes Küken ist geschlüpft. Über Nacht haben die Alttiere ihr Nest verlassen, das Küken ist am nächsten morgen tot, die anderen 4 Eier sind ausgekühlt, waren aber alle befruchtet. Bei Pia tut sich rein gar nichts im Nest, es liegen 6 Eier.

Juni 2011: Bei Pias erstem Gelege ist kein Küken geschlüpft, also hat sie noch einmal 6 (im Nachhinein unbefruchtete) Eier nachgelegt. Nachdem sie weitere drei Wochen gebrütet hat, haben wir ihr die Eier weggenommen und das Nest entfernt. Ein paar Tage später hat Pia vor meiner Nase ein Ei in den Volierensand fallen lasen. Ohne große Hoffnung habe ich das Ei eingesammelt und Flocke untergeschoben.

Flocke und Theo haben im Mai ein neues Gelege angefangen. Leider hat Benny das Einflugloch extrem vergrößert und passt jetzt selber ins Nest. Wir haben Flocke und Theo vorübergehend im Haus untergebracht, wo sie ihre zwei Eier fleißig weiter bebrütet haben. Das erste Küken ist am 08.06. geschlüpft und lag bereits einen Tag später tot im Nest. Das zweite Küken ist am 09.06. geschlüpft und wurde ebenfalls nicht gefüttert, also habe ich zu Babybrei und einer Traubenzuckerlösung gegriffen und im 1 ½ h Takt selber gefüttert. Die Alttiere waren von meinen stündlichen Störungen gar nicht begeistert, haben aber das Küken gewärmt und vor mir beschützt. Am Abend habe ich dass Küken und Pias Ei Tweety und Emmar untergeschoben, die den Kleinen zurzeit erfolgreich aufziehen. Flocke und Theo sind jetzt wieder in der Aussenvoliere und erholen sich von dem Stress.

Tweety und Emmar saßen derweil auf 5 eigenen Eiern. Das erste Küken ist am 13.06. geschlüpft, lag aber leider am nächsten morgen tot im Nest. Das zweite eigene Küken hat sich am 15.06. munter an das untergeschobene Küken von Flocke gekuschelt.

Micky balzt alle meine Hennen an. Hoffentlich ist Flockes Küken eine Henne, dann darf sie bleiben.

Benny und Maja haben sich weitestgehend beruhigt und vertragen sich wieder. Die große Liebe scheint es aber nicht zu sein, wenigstens sitzen sie schon wieder nahe beieinander.

Bei uns im Haus geht es zurzeit drunter und drüber. Mein Mann hat am 06.06. eine halbtote junge Dohle gefunden, die leblos auf der Straße saß. Nachdem die ersten Autos einfach über sie hinweg gefahren sind, hat mein Mann das völlig entkräftete und überhitzte Tier eingesammelt. Der Tierarzt meint, dass die Dohle keine äußeren Verletzungen oder Parasiten hat, jedoch halb verhungert und dehydriert ist. Wir haben unseren Neuzugang Poldi getauft und mittlerweile hat Poldi sich erholt, frisst, wächst und gedeiht. Die ersten Tage hat Poldi im Haus verbracht und musste ständig gefüttert werden, aber mein Mann hatte zum Glück eine Woche frei und genügend Zeit. Getrunken hat Poldi seit dem zweiten Tag zum Glück selbständig. Mittlerweile pickt und frisst er auch schon alleine, bettelt meinen Mann aber sofort an, wenn er ihn sieht. Bei neuem Futter ist er zuerst skeptisch, aber er erweitert sein Nahrungsspektrum fast täglich. Mittlerweile schläft Poldi in der Aussenvoliere von Fatzke und Jenny und kommt nur tagsüber für ein paar Stunden ins Haus, damit Fatzke und Jenny wenigstens Stundenweise raus können. Im Haus hat Poldi den Papageienfreisitz für sich entdeckt und erobert. Hoffentlich können wir Poldi bald in die Freiheit entlassen…

Juli 2011: Mittlerweile ist aus Pias Ei ein Küken geschlüpft und wächst bei Emmar und Tweety im Patchworknest auf.
Am 07.07.2011 war es endlich soweit und wir konnten Poldi in die Freiheit entlassen. Nach anfänglichem Zögern hat er seine vertraute Voliere verlassen und sich erst mal von der Rotbuche im Garten aus in Ruhe umgesehen. Nach kurzer Zeit ist er dann auf und davon, hat aber noch ein paar Mal an diesem Tag eine Runde über unseren Garten gedreht.
Am nächsten Tag konnte ich Poldi beobachten, wie er sich einem Krähenpaar, welches nur wenige 100 Meter von unserem Haus entfernt lebt, angeschlossen hat. Augenscheinlich akzeptieren sie den kleinen Artgenossen in ihrer Nähe, hoffentlich kommt er durch.
Wieder einen Tag später erlebe ich nach der Arbeit eine freudige Überraschung. Als ich meine Kakadubande versorgen will, sitzt Poldi auf unserer Terrasse und begrüßt mich freudig. Nachdem er sich mit Bienenmaden und all seinem Lieblingsfutter voll gestopft hat, nimmt er ein ausgiebiges Bad und begleitet meinen Mann wie selbstverständlich durchs Haus und im Garten. Zwischendurch erholt er sich von den neuen Eindrücken in Freiheit auf SEINEM PAPAGEIENFREISITZ im Wohnzimmer...

August 2011: Poldi kommt uns den ganzen Monat täglich besuchen und holt sich seine Leckerchen ab. Die Nächte verbringt er meistens in der Voliere von Fatzke und Jenny und wenn die Zwei Abends mal etwas länger Draußen sind, hat man das Gefühl, dass Poldi sie am liebsten vertreiben würde. Unsere Nachbarin bezeichnet Poldi mittlerweile als Gartentyrann, weil er den Garten als sein „Königreich“ anzusehen scheint.
 Meine Küken haben sich alle drei prächtig entwickelt und sind mittlerweile selbständig geworden. Es ist schön, mit anzusehen, wie sie noch immer viel zusammen spielen und täglich alles erkunden.
Maja und Benny sind sich wieder ein wenig näher gekommen und Benny putzt Maja momentan wieder täglich.

November 2011: Meine drei Küken sind erwachsen. Pias und Dinos Sohn ist zu einer Arbeitskollegin nach Kamen gezogen und hat dort schon Anschluss an den dortigen Nymphenschwarm und besonders eine kleine Weißkopfhenne gefunden.
Tweetys Küken ist nach Hamm gezogen und lebt dort mit einem Küken von Pia und Dino vom letzten Jahr.
Ich wünsche den Beiden alles Gute und Glück im Leben.
Flocke und Theos Küken werde ich behalten, ich habe die Kleine Maxi getauft und hoffe, es ist eine Henne für Micky.
Poldi verbringt die Nächte noch immer in "seiner Voliere" im Niststamm. Teilweise schaut nur seine Schnabelspitze heraus. Tagsüber ist er meistens unterwegs.

März 2012: Unsere Tiere haben den Winter alle gut überstanden. Bis Mitte des Monats war Poldi fast jede Nacht zu Hause und nur tagsüber meistens stundenlang unterwegs. Seit zwei Wochen hat Poldi des Öfteren Auswärts übernachtet und ist auch schon mal für mehrere Tage nicht nach Hause gekommen. Wir hoffen, dass er endlich einen Partner gefunden hat und es dieses Jahr kleine Poldis gibt.
Nach den ersten warmen Tagen haben wir zum Ende des Monats die Nisthöhlen aufgehangen. Nach anfänglichen Streitigkeiten um die beste Höhle, scheinen sich jetzt alle Paare entschieden zu haben.
Maxi scheint tatsächlich eine Henne zu sein. Wenn Micky seinen Balzgesang hören lässt, sucht sie seine Nähe. Hoffentlich wird aus den Beiden ein Paar.
Benny hat auch wieder angefangen, sein Nest mit frischen Ästen zu polstern. Jetzt wo er in Brutstimmung ist, ist er extrem anhänglich, wenn wir die Voliere betreten. Er kommt sofort auf die Hand und will gestreichelt werden. Maja ist momentan auch sehr anhänglich und gar nicht bissig. Hoffentlich hält dieser Zustand bei ihr an.
Bei dem schönen Wetter dürfen Fatzke und Jenny fast täglich in ihre Aussenvoliere. Die frische Luft tut ihnen sichtlich gut.

April 2012: Die Nymphen sind voll im Brutgeschäft. Jede Henne hat einen Nistkasten bezogen und Eier gelegt. Selbst meine kleine Maxi hat mit Micky schon ihren Beitrag zur Arterhaltung geleistet und 4 Eier in einem Nest liegen. Leider sind die Eier sogar befruchtet, die Kleine ist mir noch zu jung für die Zucht, aber ich mag ihr Gelege nicht zerstören. Ich habe mich nach langer Überlegung entschieden, ihr die Eier zu belassen, um kein Nachgelege zu provozieren.
Benny und Maja haben auch wieder ein Nest gebaut. Die Streitigkeiten vom letzten Jahr sind zum Glück ausgeblieben, trotzdem scheint sich im Nest recht wenig zu regen, Eier liegen keine.
Poldi schläft seit einiger Zeit gar nicht mehr zu Hause. Wenn er uns besuchen kommt, bringt er meistens sehr viel Hunger mit und hat es dann eilig, wieder loszufliegen. An manchen Tagen hält er sich jedoch etwas länger im Garten auf und ab und an kommt er auch noch ins Haus und schaut nach dem Rechten.

Am 10.04. ist Coco bei uns eingezogen. Coco ist eine 7 jähriger Blaustirnamazone. Nachdem Cocos Bezugsperson Mitte letzten Jahres plötzlich verstorben ist, ist Coco in seiner Familie arg zu kurz gekommen. Anfang März ist dann die Witwe aus der alten Wohnung ausgezogen und Coco saß zuletzt in einer leeren Wohnung ohne Möbel und Ansprache in einem kleinen Käfig. Es wundert mich wirklich, dass er kein Schreier oder Rupfer geworden ist und auch sonst sehr fröhlich und aufgeweckt scheint. Jetzt beginnt also unser Abenteuer Amazonenhaltung.
Leider hat Coco in der Vergangenheit ein starkes Trauma erlitten und panische Angst vor der Hand. Jetzt kann er hoffentlich lernen, dem Menschen zu vertrauen und ein neues Leben beginnen. Hoffentlich findet sich schnell eine passende Partnerin für den kleinen Sonnenschein.
Die erste Begegnung mit Fatzke und Jenny verlief aufregend. Die Weißen haben sich aufgeplustert und in ihrer ganzen Größe präsentiert. Coco hat sich davon gar nicht beeindrucken lassen und neugierig seine neue Umgebung erkundet. Nachdem sich die erste Aufregung gelegt hat, haben alle entspannt gespielt und sich geputzt. Ich denke, am nächsten Tag hatte Coco mächtig Muskelkater. Ich weiß nicht, wann er das letzte Mal fliegen konnte und bei uns muss er fliegen, um von A nach B, von Futter zum Wasser oder Spielplatz zu gelangen.
Am 14.04. ist entgegen jeglicher Vernunft Coco 2 bei uns eingezogen. Coco 2 sollte eine 10 Jahre alte Henne sein. Coco 1 war beim ersten Zusammentreffen mächtig aufgeregt.
Rückblickend muss ich sagen, haben sich hier zwei Gegensätze gefunden. Während Coco 1 extrem ruhig und lieb ist, lässt Coco 2 uns alle hier mit Gebrabbel und Gekreische stramm stehen und mein Mann trägt schon die ersten Wundmale im Gesicht zur Schau. Jetzt müssen die Zwei erst mal zueinander finden und sich in unser „Familienleben“ eingewöhnen, aber das wird schon.

Am 15.04.ist unser ersten Nymphensittichküken geschlüpft. Weitere Küken folgten fast täglich. Selbst Flocke und Theo füttern diesmal ihren Nachwuchs vorbildlich. Ich hatte ihnen angedroht, dass es ihre letzte Chance auf Nachwuchs ist… Mittlerweile haben wir insgesamt 11 Küken, die prächtig wachsen und gedeihen.

25.04. Heute ist die DNA Analyse von Coco 2 gekommen. Wir haben ihn als Henne für Coco 1 gekauft und jetzt haben wir zwei geschlechtsreife Hähne. Mal abwarten, was uns da noch erwartet... Um Chaos zu vermeiden, haben wir Coco 1 in Anton umgetauft.

Mai 2012: Anton und Coco vertragen sich relativ gut, leben aber ein wenig aneinander vorbei. Wir hoffen, die Zwei werden noch ein Team, sonst müssen wir darüber nachdenken, sie zu trennen.

Am 6. Mai sind wir zu unserer Freundin Monika nach Östereich gefahren. Im Gepäck hatten wir Maja und King Julian Willi II. King Julian ist ebenfalls ein Gelbhauben-Rosakakaduhybride und soll seine Zukunft mit Maja in einer geräumigen Voliere verbingen dürfen.
Für Benny haben wir aus Hartberg Luna mitgebracht. Luna ist eine zweijährige Rosakakadudame, die von Monika per Hand aufgezogen wurde, da ihre Elterntiere das Gelege zerstört hatten und die Handaufzucht Lunas einzige Chance auf Leben war. Luna ist mit anderen Rosakakadus groß geworden und zum Glück sehr gut sozialisiert.
Gleich wenige Minuten nachdem sie in unsere Voliere gezogen ist, ist sie zu Benny und hat sich ganz selbstverständlich neben ihn gesetzt, als wäre es das Natürlichste der Welt. Zunächst war Benny zur Salzsäule erstarrt von so viel Dreistigkeit, trotzdem scheinen die Zwei sich zu mögen, mal abwarten.
Unsere 11 Nymphensittichküken wachsen und gedeihen. Mittlerweile verlassen die Ersten schon ihre Nester und starten in ein aufregendes Leben. Leider hat Flocke angefangen, ihre Küken zu rupfen, nachdem sie das Nest verlassen haben. Wir mussten Flocke für ein paar Wochen aus der Voliere nehmen und bei einer Freundin unterbringen. Theo meistert seine Rolle als aleinerziehender Vater bestens!
Luna kommt mit den quierligen Nymphen bestens zurecht, vielleicht zieht sie mit Benny ja auch eines Tages eigenen Nachwuchs auf...?

Juli 2012: Unsere Küken sind alle erwachsen und konnten bereits in ihr neues Zuhause vermittelt werden. Luna und Benny scheinen immer besser miteinander klar zu kommen. Flocke ist wieder zurück und mit Theo vereint.
Leider kann man das von Anton und Coco nicht mehr sagen. Coco dominiert Anton und reagiert immer öfters agressiv aus dessen Gegenwart. Auch Fatzke ist vor ihm nicht sicher, während Jenny eine besondere Anziehungskraft auf Coco auszuüben scheint.
Die Angriffe auf Anton sind in der Zwischenzeit so heftig geworden, dass wir Coco und Anton trennen mussten. Durch die Streitereien angesteckt jagt Fatzke Jenny immer öfters bis zu ihrer totalen Erschöpfung, was er vorher noch nie getan hat. Um ein wenig Ruhe in die Streithähne zu bringen, haben wir uns entschieden, Fatzke erst mal mit Anton und Jenny mit Coco unterzubringen, was problmemlos funktioniert, jedoch keine Lösung auf Dauer sein darf. Auch Ingo wird immer häufiger grundlos von Coco angegriffen, während er meine Nähe zu suchen scheint und sich sehr gerne auf meiner Schulter aufhält. Leider fühle ich mich dabei ein wenig unbehaglich, da ich Angst habe, dass er irgendwann doch einmal zubeisst und meine Augen liegen in bester Reichweite seines Schnabels.

August 2012: Die Situation hier hat sich immer weiter zugespitzt, so dass wir uns schweren Herzens von Coco trennen mussten. Coco hat sein neues Zuhause in Hattingen gefunden, wo er hoffentlich glücklich wird. Seine neue Bezugsperson ist ein Mann, was mir verdeutlicht, dass Coco kein grundlegendes Problem mit Männern hat, sondern wahrscheinlich einfach nicht zu unserer Kakadubande passt, leider.
Benny und Luna haben wir unterdessen mehrfach "erwischt", wie sie sich gegenseitigdas Gefieder kraulen, die beiden sind unser Hoffnungsschimmer...
Sobald sich die Situation im Haus beruhigt hat, werden wir einen zweiten Anlauf wagen, für Anton eine Henne zu suchen.

Dezember 2012: Nach langer und erfolgloser Suche ist am 2. Advent Paula, eine 1 1/2 jährige Blaustirnamazonenhenne bei uns eingezogen. Anton hat zur Zeit keine Zeit mehr für andere Dinge, er ist ständig in Paulas Nähe. Wir hofen, dass aus den Beiden ein richtiges Paar wird.

April 2013: aus Paula und Anton scheint ein Paar zu werden, es gibt sie fast nur noch im Doppelpack. Als Bezugsperson hat Paula mich auserkoren, zwangsläufig kommt Anton auch immer häufiger zu mir :-)
Mit Paulas Einzug haben auch die Streitereien zwischen Fatzke und Jenny aufgehört, was uns hoffen lässt. Die beiden verstehen sich besser denn je.
Zwischen Luna und Benny läuft alles bestens, sie haben angefangen, ihr erstes Nest zu bauen.
Meine Nympfen haben ihre Nistkästen hängen und die Eier werden fleißig bebrütet. Die ersten Küken sind bereits geschlüpft.

Mai 2013: Tweety zieht zur Zeit zwei Küken groß, eines scheint jedoch ein Weißköpfchen zu sein. Ob es ein Kukukskind oder eine Mutation ist??? Pia zieht zwei Küken groß. Flocke hat dieses Jahr vier Küken, allerdings habe ich ihr ein Küken weggenommen und Maxi untergeschoben, da sie dieses Jahr nur ein eigenes Küken hat. Alle Küken wachsen und gedeihen.

Juni 2013: Luna und Benny hatten ihr erstes befruchtetes Gelege. Nachdem das erste Ei ein Spiegelei vor dem Nest wurde, ist das zweite Ei im Nest kaputt gegangen. Das dritte Ei wurde dann von beiden Partnern fleißig bebrütet. leider ist das Küken wenige Tage vor dem errechneten Schlupftermin im Ei verstorben, da das Ei ein kleines Loch hatte.

Dieses Jahr läuft nicht gut für unsere kleine Zucht. Flöckchen hat ihre Jungen bereits im Nest angefangen, extrem zu rupfen. Wir haben uns entschieden und sie zu einem Freund in dessen Schwarm vermittelt. Auch Maxi hat ihre Küken noch im Nest zum ersten Mal extrem zu rupfen angefangen. Wir haben Maxi für einige Zeit von ihren Küken separiert, bis diese sich von ihr abgenabelt haben. Jetzt zieht Micky seinen Nachwuchs alleine groß.

Am 26.06.2013 ist Mary bei uns eingezogen. Mary ist eine alte Nymphenhenne, die die letzten zwei Jahre im Tierheim Siegen gelebt hat. Sie stammt aus schlechter Haltung, ist am Köpfchen gerupft und hat ein verkrüppeltes Füßchen. Wir hoffen, dass sie noch eine schöne Zeit bei uns hat und vielleicht in Theo einen Partner findet.

Juli 2013: meine Nymphenküken sind ausgeflogen und mitlerweile Futterfest. Ich habe die Brutzeit für dieses Jahr beendet, Maxi ist wieder glücklich mit Micky vereint.

März 2014: Das alte Jahr ist ohne größere Ereignisse zu Ende gegangen und die neue Brutzeit steht vor der Tür. Mal sehen, was uns dieses Jahr erwartet.

April 2014: Unsere ersten Nymphensittichküken sind geschlüpft und wachsen liebevoll betreut von ihren Eltern auf. Benny und Luna sind noch fleißig mit dem Nestbau beschäftigt.

Mai 2014: Maxi und Micky haben dieses Jahr vier Küken. Leider hat Maxi wieder angefangen, die Kleinen zu rupfen. Wir haben uns entschieden und Maxi und Theo für eine Weile ins Haus zu holen. Jetzt zieht Micky seinen Nachwuchs tapfer alleine groß. Anfangs habe ich ihn noch einmal am Tag unterstützt, indem ich per Hand zugefüttert habe, aber Micky braucht meine Hilfe offensichtlich nicht.
Bei Benny und Luna liegt auch das erste befruchtete Ei im Nest. Nachdem sie ihr erstes Ei wieder auf den Boden hat fallen lassen und ihr zweites Ei kaputt im Nest lag, haben wir das dritte Ei in den Brutkasten gelegt. Es war zwar befruchtet, jedoch ist der Embryo noch im Ei verstorben. Ein viertes Ei liegt befruchtet im Nest, jetzt heißt es Daumen drücken!!!

Aus Mary und Theo ist leider kein Paar mehr geworden und Mary hat arge Probleme mit dem Wetter in der Aussenvoliere. Bei Kälte scheinen ihr die Knochen weh zu tun und mit Wärme oder Regen kommt sie auch nicht gut zurecht. Wir haben uns entschieden sie in ein altersgerechtes Heim in eine Wohnungshaltung zu vermitteln und sind sehr dankbar, dass wir auf diesem Wege Janka und Dodo kennen lernen durften. Mary ist zu Janka gezogen, die sich wirklich alles erdenkliche für Marys Wohlbefinden einfallen lässt und in Dodo scheint Mary endlich den lang ersehnten Partner gefunden zu haben. Wir hoffen, dass sie noch lange zusammen glücklich sein dürfen.

Juni 2014: Unsere Nymphenküken sind aus den Nestern und werden so langsam futterfest. Maxi und Micky haben dieses Jahr vier Küken, Pia und Dino zwei. Bei Tweety und Emmar läuft irgendetwas schief, es sind zwar aus 5 Eiern fünf Jungtiere geschlüpft, doch alle Tiere sind am Tag des Schlupfes verstorben. Ob die Beiden nicht gefüttert haben??? Aber eigentlich sind sie doch erfahrene Eltern!!!?
Bei Luna und Benny ist unser erstes Rosakakaduküken geschlüpft. Nachdem die beiden den Zwerg die ersten drei Tage liebevoll aufgezogen haben, hatten wir in der Nacht einen ungebetenen Gast (Marder/Katze???) auf der Voliere. Bei der Nestkontrolle am nächsten Tag haben wir festgestellt, dass beide Alttiere das Nest verlassen haben. Das Küken lag bereits ausgekühlt und leblos im Nest, als es sich augenscheinlich ein letztes Mal kurz vor dem Tod aufgebäumt und gezuckt hat. Wir haben das Küken sofort in den Aufzuchtkasten gelegt und ein paar Tropfen Aufzuchtbrei eingeflösst und das Wunder ist geschehen: Das Küken hat alle seine Reserven zusammen genommen, ist ins Leben zurückgekehrt und wächst und gedeiht seitdem im Aufzuchtkasten.
Leider haben wir schon nach wenigen Tagen festgestellt, dass das Küken einen Unterbiss entwickelt hat. Seitdem ist der vogelkundige Tierarzt Dr. Zinke unser mehrfaches Reiseziel geworden. Dr. Zinke hat den Schnabel in mehreren Sitzungen gekürzt und gerichtet. Vollständig geheilt ist der Zwerg noch nicht, aber die Chancen stehen sehr gut!!!

Juli 2014 Unser kleiner Kakadu ist ein Hahn und wir haben ihn Grisu getauft. Sein Schnabel konnte in insgesamt sechs Behandlungen beim Tierarzt vollständig korrigiert werden. Er wird keinerlei Beeinträchtigungen zurück behalten und man kann seine Vorgeschichte nicht mehr erahnen.
Unsere Nymphensittichküken ziehen langsam allesamt zu ihren neuen Besitzern und es kehrt wieder Ruhe ein.
August 2014 Grisu ist in seinen eigenen Käfig umgezogen, der neben den Volieren unserer 4 Hausbewohner steht. Tagsüber darf Grisu unter Aufsicht mit den Anderen gemeinsamen Freiflug genießen oder mit Jenny oder Fatzke in der Aussenvoliere verbringen.
September 2014 Grisu hat eine neue Familie gefunden, wo er mit einer Rosahenne in seinem Alter eine neue Spielgefährtin hat.
Dino und Maxi sind zu einem befreundeten Züchter gezogen, wo die beiden weiterhin in der Zucht eingesetzt werden und hoffentlich noch viele schöne Jahre verbringen dürfen.
 
Winter 2014 wir haben den Schutzraum der Rosas und Nymphen komplett neu gebaut und auch vergrößert. Leider mit Hindernissen, da unsere Arbeiter ihre Arbeit nicht wie abgesprochen ausgeführt habenund wir improvisieren mussten.
 
2015 Das Jahr war für unsere Geierchen recht ruhig. Luna, Benny und die Nymphen scheinen den neuen Schutzraum noch nicht zu akzeptieren. Die Rosas haben kein Nest gebaut und sind auch nicht zur Brut geschritten. Leider gibt es dieses Jahr keinen Kakadunachwuchs.
Paula und Anton hatten ihr erstes Gelege. Leider sind die beiden noch recht unerfahren und haben nur Spiegeleier und unbefruchtete Eier produziert. Trotzdem hat Paula ihr kleines Gelege vorbildlich bebrütet und Anton hat alles wunderbar bewacht. Nur Küken haben wir keine.
Unsere Cleo, welche 2012 als Tochter von Pia und Dino bei uns geschlüpft ist, ist über Umwege zu uns zurückgekommen. Erst Zuhause haben wir sie als eigenen Nachwuchs widererkannt. Dieses Jahr hatte sie ihr erstes Gelege mit Theo zusammen und gleich 3 Jungtiere erfolgreich groß gezogen. Pia und Dino haben erfolreich vier Küken aufgezogen, während Tweety und Emmar zwar wieder erfolreich ihre Küken ausgebrütet, jedoch dann offensichtlich nicht gefüttert haben. Ich werde sie nicht mehr zur Zucht zulassen, wir trauern um jedes verstorbene Küken.
 
2016 Unsere Rosas haben ihr Nest im Schutzraum wieder bezogen und ein Gelege mit zwei Eiern bebrütet. Leider waren beide Eier unbefruchtet und wir werden wieder keine kleines Kakadus aufwachsen sehen.
Unsere Nymphen haben wir dieses Jahr nicht brüten lassen und keine Nester aufgehangen.
Paula und Anton haben ein Gelege mit drei Eiern erfolreich bebrütet. Das Ergebnis heißt Kiki und ist ein wunderschönes Amazonenküken, dass leider ohne Geschwister aufwachsen muss, da die anderen beiden Eier nicht befruchtet waren. Nach 7 Wochen ist dann leider das Unglück passiert und Kiki wurde im Nest von den Alttieren am Schnabel verletzt. Wir können nur vermuten, was passiert ist, doch da Kikis Schnabel einiges abbekommen und geblutet hat, haben wir sie aus dem Nest genommen und nach ihrem ersten Tierarztbesuch in die Handaufzucht genommen. Zum Glück sahen die Verletzungen deutlich schlimmer aus, als sie waren und Kiki wird keine bleibenden Schäden zurückbehalten. Kikis weitere Aufzucht war trotz alledemeine große Herausforderung, da Kiki jegliche Nahrungsaufnahme aktiv verweigert hat und wir ihr den lebenswichtigen Brei nur unter Zwang und mit großen Problemen einflößen konnten. Erst nach fast drei Wochen hat sie ihren Widerstand gegen das Fressen aufgegeben und aktiv Nahrung zu sich genommen. Mitlerweile hat sie bereits angefangen, erste Körnchen selbständig zu fressen. Kiki wird immer selbständiger und benötigt immer weniger Brei. Sie ist ein munteres, neugieriges Küken, welches aktiv am Leben teilnimmt.
Kiki frisst nun selbständig, wird aber leider von ihren Eltern nicht mehr akzeptiert. Wir hatten großes Glück und einen Platz bei einem Züchter mit einem etwa gleichaltrigen Blaustirnamazonenhahn für sie gefunden. Wir wünschen Kiki ein glückliches, langes und gesundes Leben.
 
2017 das letzte Jahr ist ohne weitere Aufregung zu Ende gegangen und wir hoffen auf ein erfolgreiches 2017. Wir haben uns entschlossen, dieses Jahr erneut nur die Rosakakadus und die Amazonen brüten zu lassen, ich hoffe, meine Nymphen werden es mir verzeihen.
Die Rosakakadus sind dieses Jahr nicht so richtig in Brutstimmung geraten und haben kein eigenes Nest gebaut. Ein weiteres Jahr hoffen wir vergeblich auf Nachwuchs.
Unseren Nymphen haben wir ihre Nester aufgehangen, jedoch die Eier durch künstliche Eier ersetzt.
Unsere Amazonen hatten ein Gelege mit drei Eiern, von denen zwei befruchtet waren. Seit Anfang Juni wachsen zwei kleine Amazonen im Nest heran. Da dem älteren Küken leider der Ring über das Sprunggelenk gerutscht ist, mussten wir ihn von unserem Tierarzt Dr. A. Zinke entfernen lassen und haben bei der Unteren Landschaftsbehörde beantragt, das Küken mit einem Artenschutztransponder kennzeichnen zu dürfen.
 
Im Juli ist für uns alle plötzlich und unerwartet unser Dino in unser aller Beisein verstorben. Dino, wir werden dich vermissen, du lebst in all deinem Nachwuchs weiter und bleibst unvergessen...
 
Nachdem unsere kleinen Amazonen das Nest verlassen haben und futterfest geworden sind, sind beide Tiere Anfang Oktober zu ihren neuen Körnchengebern umgezogen. Leider hatte Floh nicht sehr viel Glück in ihrem neuen Heim und ist schon nach einer Woche zu uns zurück gekommen. Unsere Befürchtung, dass die Alttiere sie vielleicht nicht mehr akzeptieren, ist zum Glück nicht eingetreten.